Wie kommen wir an die Startpunkte?
Wer nach Korsika fliegt (andere Möglichkeiten kosten viel Zeit,
die Fähren stehen außerhalb der Saison zur
sehr eingeschränkt zur Verfügung), sollte folgendes
wissen:

Der Flughafen Ajaccio liegt etwa 7 km südlich von Ajaccio,
direkt am Südende des Badestrands;
zur Not (das erste Stück führt entlang der Schnellstraße, echt
scheußlich zu gehen) kann man von hier zu Fuß nach Porticcio (vgl. Beschreibung des
Mare e monti Sud) gehen - besser fährt man mit dem Bus, der aber
nur während der Badesaison fährt - und mit dem Mare e monti Sud beginnen
(wer dann noch Lust hat, der macht gleich am Ende mit dem Mare a mare Sud
weiter, der Weg beginn ja genau da, wo der Mare e monti Sud aufhört).
Wer gleich zum Mare a mare Sud will, kann mit dem Bus nach Propriano
fahren und dort nach Burgo gehen und eben diesen Mare a mare Sud
"rückwärts" (bzgl. unserer Beschreibung) gehen. Der selbe Bus hält auch in Col
de St Georges, wo man bequem in den Mare a mare Centre
einsteigen kann.
Die Busfahrpläne sind sehr saisonabhängig! Manchmal ist es notwendig, erst nach Ajaccio
zu gehen (am Strand entlang, zunächst recht hübsch, dann weniger schön) oder notfalls
mit dem Bus fahren, und dort versuchen, einen Bus zu finden (vielleicht sogar erst nach
einer Übernachtung).

Der Flughafen Calvi (St Catherine) liegt etwa 14 km
südöstlich von Calvi;
es bietet sich an, von hier zu Fuß nach Calenzana oder Bonifatu
(vgl. Beschreibung des Mare e monti) zu gehen und eben mit dem Mare e monti
zu beginnen (wer dann noch Lust hat, der macht gleich ab Evisa mit dem Mare a mare
Nord weiter).

Der Flughafen Bastia (Poretta) liegt etwa 30 km südlich von
Bastia, direkt an der dort recht "ungenießbaren" Küste;
es bietet sich an, von hier zu Fuß nach Casamozza zu gehen, dort
in einem einfachen Hotel zu nächtigen und am nächsten Tag morgens mit dem Zug nach Corte
zu fahren, dort kann man gut in den Mare a mare Nord (am besten Richtung
Westen) einsteigen und ab Evisa mit dem Mare e monti Nord weitermachen.
Natürlich kann man auch mit dem Bus ab Casamozza bis Porto Vecchio (zum
Beginn des Mare a mare Sud) oder mit der selben Buslinie nur bis Ghisonaccia
zum Beginn des Mare a mare Centre oder gar nur bis zu nach Moriani
zum Mare a mare Nord fahren.

Wie gefährlich ist das Wandern in Korsika?
Tiere
Die vielen absolut freilebenden "Haustiere" wie Kühe, Esel, Schweine oder Hunde
stellen nie eine Gefahr dar. Hunde wollen sich manchmal anschließen, sind aber stets sehr
friedlich, Schweine können mal lästige Bettler sein und einsame Stiere auf einem engen
Weg wollen manchmal nicht ausweichen, wirkliche Probleme stellen sie nie dar. Gefährliche
Wildtiere gibt es nicht, nicht einmal Schlangen sind ein Thema. In Refuges und manchen
einfachen Hütten "bedrohen" Mäuse offene Vorräten. Wegen des oft spürbaren
Winds sind Mücken nur selten ein Problem. In der Höhe von 900 bis 1200 m kann eine sehr
schlagresistente, bissige, schwarz-weiß-gestreifte Fliege lästig werden, sie aber
stets nur in Einzelfällen und nur tagsüber auftritt. Zecken sind wohl das schlimmste
Übel von Korsika, wegen der vielen Schafe, Ziegen, Kühe usw. lauern sie überall, ziehen
aber als Gastgeber Tiere vor.

Stürze, Unfälle
können immer vorkommen, Vorsorge (Verbandszeug, nie allein, genug Wasser +
Proviant, passende Ausrüstung, Fitness) und Vorsicht sind dringend geboten.
Mitmenschen
entgegen mancher Befürchtung sind "die Korsen" ein besonders hilfsbereiter,
freundlicher, zuverlässiger, manchmal etwas wortkarger Menschenschlag; natürlich spürt
man das umso mehr, desto weiter man von den Touristenzentren und den wenigen
Ballungsräumen entfernt ist (da sind unsere Wege besonders geeignet!).
Terroranschläge oder Kriminalität sind uns bei all unseren vielen Besuchen nie begegnet.
Auch die anderen Wanderer auf den Wegen sind in aller Regel sehr angenehme Zeitgenossen.

Geht es auch ein wenig komfortabler?
Es gibt geführte Wanderungen, bei denen das Gepäck transportiert wird und man sich um
das Quartier nicht kümmern braucht. Eventuelle Unfallrisiken sind in solchen Gruppe
sicher geringer, die Freiheit ist natürlich auch geringer.
Daneben gibt es Anbieter, die ihre Gruppe in irgend einem Hotel einquartieren
und dann mit dem Kleinbus zu der einen oder anderen Teil-Etappe eines Weges
bringen, diese durchlaufen lassen, am nächsten Tag ganz woanders wieder eine
Etappe usw., dies ist unserer Meinung nach eine eher schlechte Möglichkeit, das Land zu durchwandern, dieses
Herauspicken einzelner Stücke kann die Tiefe des Erlebens zerstören, man merkt es
diesen Wanderern auch deutlich an, sie sind zu Konsumenten degradiert. Das gilt
natürlich nicht für alle solchen Anbieter.
