Abgeschickt von Denise Affolter am 05 April, 2002 um 12:12:52
Hallo
Wir waren von Mitte bis Ende März in Korsika und sind unter anderem auf dem Mare e Monti gewandert.
Auf Anraten des Patron der Gîte in Marignana haben wir mit dem Wanderweg in Cargèse und nicht in Calenzana begonnen. Er meinte, im Süden sei es noch einfacher, auf offene Gîtes zu treffen, je weiter und je später man in den Norden kommt, desto eher bestehen Chancen auf geöffnete Etappenunterkünfte.
Es war uns bewusst, dass wir nicht überall auf offene Gîtes treffen würden, deshalb haben wir das Zelt mitgenommen und wir haben uns auch darauf eingestellt, dass wir nicht überall etwas zu essen einkaufen können, sondern manchmal Proviant für ein, zwei Tage mitnehmen müssen.
Nun, in Cargèse hatten die Hotels geöffnet, also soweit kein Problem, auch Einkaufsmöglichkeiten bestehen genügend. In Revinda (E Case) hatte die Gîte noch geschlossen (bis 1. April, nach Absprache mit den Patrons), es stand einem aber ein Zeltplatz und ein Wasserhahn zur Verfügung. In Marignana wurde eine Ausnahme gemacht, eigentlich wäre die Gîte noch geschlossen gewesen (auch wieder bis zum 1. April), aber freundlicherweise durften wir trotzdem übernachten, jedoch waren die Duschen lau und das Essen mussten wir selber kochen (die Gîte hatte einen kleinen Einkaufsladen, wo man sich mit Lebensmitteln eindecken konnte). Bei Evisa sind wir durchgegangen, denn die Etappe Marignana-Evisa wäre zu kurz gewesen für einen Tag. So wanderten wir in einem Tag bis Ota, wo zwei Gîtes zur Auswahl stehen. Uns wurde vom Patron in Marignana die Gîte von Félix empfohlen (wir meldeten uns am Vorabend in Ota an), die auch das ganze Jahr über geöffnet hat. Das Essen war sehr reichhaltig und gut, man schläft zwar in einem anderen Gebäude als man isst, aber die Übernachtungsmöglichkeit war trotzdem sehr gut eingerichtet. In Serriera haben wir am Vorabend bei der Gîte angerufen, um uns "anzumelden", doch der Patron meinte, er habe bis ersten April geschlossen, wir müssten in einem der Hotels im Dorf übernachten. Wie wir aber dann am Abend festgestellt haben, war von den vier Hotels kein einziges geöffnet und auch die Campingplätze waren noch geschlossen. Die einzige Möglichkeit hätte darin bestanden, bis nach Porto zu gehen (ca. 5 km Autostrasse) und dort in einem Hotel zu übernachten. Aus wirtschaftlichen Gründen entschieden wir uns aber, wild zu zelten, was am Vetricella kein Problem ist (aber eigentlich verboten in ganz Korsika). Am nächsten Morgen zogen wir zeitig los nach Curzu zur nächsten Etappenunterkunft, die allerdings auch geschlossen hatte bis 1. April. Einkaufsmöglichkeiten gab es ebenfalls keine. Da wir recht früh dran waren, überlegten wir uns, bis nach Girolata durchzugehen, doch Abklärungen beim Patron haben ergeben, dass auch diese Gîte geschlossen hat , ebenso die Hotels. Aufgrund unserer knappen Vorräte entschlossen wir uns, die Wanderung in Curzu abzubrechen und nach Porto zu gehen. -In Galéria wird die Gîte offiziell am 1. April geöffnet, wenn man sich aber vorher meldet, wird man auch ab dem 15. März empfangen. Die Etappenunterkunft in Tuarelli hat auch erst ab dem 1. April geöffnet, dasselbe in Bonifatu, einzig die Gîte in Calenzana hat wieder das ganze Jahr über offen.
Im Vergleich zu den beiden Wegen Mare a Mare Centre und Mare a Mare Sud, die wir beide auch schon gegangen sind, ist uns aufgefallen, dass der Mare e Monti Nord sehr zugewachsen ist von der Vegetation. Ob sich das im Hinblick auf die Hochsaison jeweils ändert wissen wir nicht (die anderen beiden Wege sind wir im August-September gegangen).
Eine lohnende Alternative ist es, auf der Etappe von Ota nach Serriera auf dem normalen Weg bis zum Capu San Petru und dann anstelle nach Norden (auf dem Mare e Monti-Hauptweg) Richtung Westen über den Berg Pianu (602 M.ü.M.) zu gehen (auf der Didier-Richard-Karte blau eingezeichnet). Auf diesem Weg hat man eine wunderschöne Sicht auf den Golf von Porto. Dann trifft man auf die Autostrasse, danach geht es noch einmal ein Stück runter bis zur Bucht von Bussaglia, wo man auf Zeltplätze und Hotels stösst. Wenn man lieber in Serriera übernachtet, muss man von der Bucht aus auf einer relativ ruhigen Autostrasse ungefähr dreiviertel Stunde bis zum Dorf rechnen.
mfg
Franz-Georg Wenner
Denise Affolter