Re: Mare a Mare Sud


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Abgeschickt von norbert am 22 Januar, 2001 um 21:45:24

Antwort auf: Re: Mare a Mare Sud von Johannes am 21 Januar, 2001 um 22:09:11:

: Wir kommen mit Zug und Fähre nach Bastia, von dort ,mit dem Bus nach Porte Vecchio o. Propriano. Letzteres is noch unklar. 10 Jugendliche ab 16 aufwärts... Eigentlich Wanderinteressiert, aber nicht sehr ergeizig. will meinen, zum Wandern wird man sie ab und zu auch mal treten müssen. wir haben exakt 12 Tage Zeit für die Tour, es herrscht also kein Zeitdruck.
: MIr wurde geagt das wir den M.a.M Sud 100%ig schaffen, weil er nicht ganz so schwer is. wir haben ein Budget von ca. 700,- p.P. wobei knapp 400,- für die Fahrt draufgehen. Für "Kost" (wir haben keine hohen ansprüche) haben wir 10 Mark pro Tag eingeplant, was normal immer gereicht hat. für 14 Tage macht das dann rund 150,-. haben wir also noch 150,- für 12 Übernachtungen. REICHT DAS??? Das wir noch Geld für den Notfall mitnehmen versteht sich natürlich von selbst.
: Im vorraus vielen dDAnk für deine Mühen!!! Johannes

ANTWORT:

Ich denke, das geht so nicht: Euer Geld reicht nicht und zu dieser Zeit habt Ihr riesige Probleme mit dem Zelten bzw. mit der Unterkunft. Und gerade im August mögen die Corsen wegen der vielen Urlauber das wilde Campen gar nicht.
Am Mare a mare Sud müsst Ihr zu oft in Gites übernachten und das wird zu teuer!

Mein Rat: Eine andere Tour!

Genauer: Ihr geht den Mare e monti von Calenzana nach Evisa und dann den Mare a mare nord (sozusagen rückwärts), diese Strecke ist billiger und auch voller Highlights,

Natürlich könnt ihr machen, was ihr wollt, aber hört euch das Folgende erst mal an:


1) Ihr fahrt mit dem Zug nach Calvi und dann von dort am Abend nach Calenzana (der berühmte Startort für die GR20-Wanderer), dort zeltet ihr billig in dem Gelände der Gite.

2) Ihr lauft nach Bonifatu, leichte Wanderung, und dort zeltet ihr billig in dem Gelände der Gite.

3) Ihr geht nach Tuarelli, nicht ganz leicht aber schön und: am Ende in Tuarelli gibt es den Fango zum sehr schönen Baden im Fluss, dort zeltet ihr billig auf der Wiese neben der Gite.

4) Ihr wandert nach Galeria, badet im Meer (Kiesstrand, nicht überlaufen) und bleibt über Nacht in der Gite, wenn ihr etwas verhandelt, dürft ihr auch dort zelten, das ist natürlich billiger.

5) Ihr wandert (nicht leicht der Weg, aber wunderschön!) rüber nach Girolata (ganz bekannter Ort, weil ohne Straßenanbindung, kann nur übers Meer erreicht werden oder zu Fuss), schaut euch die komischen Urlauber an, die mit dem Boot für ne Stunde kommen und dumm rum stehen, ein paar Fotos machen und dann was trinken und auf die Rückfahrt warten, das läuft unter "abenteuerliche Ausfahrt nach Girolata", aber idyllisch ist es doch, ihr aber geht weiter in die nächste Bucht (Tuara) dort kann man prima für eine Nacht zelten (umsonst, heimlich, und ohne jeden Müll und Dreck!!!!), man muss nur spät genug hinkommen (eine Stunde nach Girolata) und genug Wasser dabei haben!!!!

6) Nun wandert ihr rauf zur Straße, an der Straße (Richtung Porto) bis Curzu und dann bis Serriera, das ist nicht so arg schön, sehr heiss und etwas lästiger Verkehr, aber es ist gut machbar, das Wasser ist kein Problem: 45 Minuten nach Tuara und 15 Min. bevor Ihr zur Straße kommt gibt es eine Quelle (links am Weg). In Serriera geht ihr nicht in die Gite (obwohl ich gerade diese Gite besonders mag) sondern nach dem auffälligen Kieselstein-Brunnen geht es bald rechts weg zum Campingplatz Bussaglia, der am Meer liegt, also abends noch zum Baden!

7) Heute geht ihr der Straße folgend nach Porto, nein, dies ist nicht so wie am Vortag eine "Notlösung" sondern ein ganz toller Weg, herrlichste Aussicht!! In Porto bleibt ihr eine Weile (einer der wenigen Orte mit Bankomat!), schaut euch den Trubel an. Dann geht ihr an der Straße nach Ota (ein ganz kurzes Stück zurück), dauert keine zwei Stunden, dort bleibt ihr über Nacht (in einer der drei Gites, notfalls aufgeteilt).

8) Endlich wieder Natur pur, zu Fuss durch die berühmte Spelunca-Schlucht nach Evisa unterwegs Baden im Fluss, in Evisa dann am anderen Ortsende (schon ausseralb, ihr folgt der Straße nach Col di Verghiu) liegt links der stark terrassierte Campingplatz, die werden voll sein, sie lassen euch aber trotzdem rein (ich finde die Telefonnummer grade nicht), eure paar Zelte bringen die schon noch unter.

9) Marsch nach Col di Verghiu, durch den Wald von Aitone, mit (zu dieser Zeit überlaufener) Bademöglichkeit, herrlicher Wald, am Ende anstrengend, immer wieder trefft ihr wilde Schweine, übernachtet wird am Gelände des Hotels Castellu di Vergiu, in euren Zelten.

10) Herrliche Wanderung nach Calacuccia, bei der alten Mühle in den Bergen vor Albertacce badet ihr im Fluss, übernachtet wird bei den Italienern, die noch vor Calacuccia, aber nach dem Convent (ab Albertacce folgt ihr der Straße, nicht dem Weg) auf der rechten Seite ein altes Container-Wohnlager für Wanderer anbieten (früher haben hier mal die Stausee-Gastarbeiter gewohnt, es ist sauber und etwas "abgewohnt, aber billig).

11) Heute wird es anstrengend: dem Weg folgend (über die Stauseemauer, dann unverfehlbar) rauf auf die Bocca di Arinella und runter zur Schutzhütte von Sega, dort dürft ihr billig zelten.

12) Leichter Abstieg nach Corte durch das wunderschöne Tavignano-Tal, mit Badestelle, Ziel Corte. Über Nacht bleibt ihr in der urigsten Gite überhaupt: Wenn ihr in Corte die Straße erreicht rechts der leicht bergab führenden Straße folgen, über den Bach zu Gite a la ferm ..., dort könnt ihr günstig zelten.
Von Corte kommt man leicht mit der Bahn nach Bastia ...


So, das ist es mal, denkt mal darüber nach! Vorteil: Euer Geld reicht und ihr seht wunderschönes urspüngliches Korsika! Und es geht ohne große Vorbuchung! Und so arg anstrengend ist es für deine Jungs (Mädels?) auch nicht (die müssten schon arg doof sein, um dem Zauber nicht zu erliegen!).


Gruß
Norbert




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