Re: Mare a Mare Nord "Tieftemperatur und Zelten"


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.wartha.de ]

Abgeschickt von Michael aus Hannover am 02 Juli, 2003 um 04:09:51

Antwort auf: Mare a Mare Nord "Tieftemperatur und Zelten" von Tom am 01 Juli, 2003 um 15:47:59:

: Hi,
: meine 1. Frage betrifft die Tiefsttemperaturen in der Nacht auf der Mare a Mare Nord (Zeitraum Ende Juli Anfang August?) Reicht ein ca 1 Kg Sommerschlafsack? Auch bei Übernachtungen im Zelt draussen?

: 2. Zelten: ich habe ja schon einiges im Forum gelesen, also Zelten ist quasi in der Nähe der Gites erlaubt? Und dort auch die Benutzung der Kocher?!

: => Würden halt gerne die Mare a Mare Nord ausprobieren, aber sehr gerne im Zelt schlafen, (Raucher und Pyromanen sind wir auch nicht und Müll entsorgen versteht sich von selbst) ist das ein sehr sehr großes Problem? Oder schafft man es meistens an einem der Gites?!

:
: Danke für eure Anwort, und eine echt gute Page ist das
: hier!!!
: Gruß Tom
H@i, Tom,
1. Ihr seid in der heißesten Zeit unterwegs, dafür aber "einige" Höhenmeter über NN bis knapp 2000 m und ca 6,5°C pro 1000 oder 0,65°C auf 100 Höhenmeter nimmt die Temperatur ab, nachts ist's auf Meeresnivieau bestimm nicht "kühler" als 25°C, das auf eine hoch exponierten Gîte 15 bis 10°C bedeuten würde. in 90% der Fälle dürfte ein 1000-g-Schlafsack ausreichen, sollte es ein Spitzenprodukt von deutlich über 100,- DM/Euro sein, wird es auch zu 99,9% langen. Ich bin in der selben Jahreszeit den GR20 in den höchsten Passagen mit Kaltfront u. Gewittern auf über 2.200 m begangen und habe -wegen meiner Bandscheibenprobleme- wirklich mit JEDEM Gramm gegeizt, also auf Risiko den billigen ultra-leichten Schlafsack (knapp 1000g, aber Steppdeckenform)bevorzugt und es ging ohne Probleme auch im Biwakzelt. Bei extremen Bedingungen (hatten wir: andere -schlecht ausgerüstete- WanderInnen waren total durchnäßt, panisch, zuwenig warme + null trockene/ regen-dichte Kleidung u. hätten sich draußen OHNE Zelt zu Tode gezittert)wird in den Gîtes zusammen-gerückt u. nicht gefragt, wer vorbestellt hat, also im ECHTEN NOT-Fall kriegt man auch ein Dach übern Kopf.
2. Aber: ich campiere lieber im Freien! dadurch darf ich mir morgens mehr Zeit lassen, beim Frühstück u. Zelt u.a. Packen. Die meisten Normalo-Trekker holt man bei 1-2 Stunden Vorsprung doch wieder vor der Gîte ein, aber ich kann mir unterwegs für Abstecher, Fotoabenteuer etc. mehr Zeit nehmen, weil ich mit Biwakzelt flexibler bin.
Das wild-campieren ist nach meinen Informationen ÜBERALL auf der Route STRENGSTENS untersagt und man sollte sich auch unbedingt an diese Vorgabe halten (wird auch kontrolliert). Aber meines Wissens wiederum überall direkt neben oder in der Nähe der Gîtes AUF DEN ZUGEWIESENEN Stellen erlaubt. Der Hüttenchef weist den Platz zu und kassiert auch einen Obulus (nicht gerade gratis für null service, aber deutlich billiger als ein enger Hüttenplatz aufm Massenlager) dafür ist man nicht zwischen fremden Schnarchern eingepfercht und hat Sternenhimmel überm Zelt und am frühen Morgen als erster den tollsten Ausblick.
Es gibt noch eine quasi-(un-)erlaubte Ausnahme: 1 Etappe ist relativ kurz und Eure Marschkondi-tion relativ spitze UND ihr seid morgens ultra-zeitig weit vor allen anderen losgegangen (Ihr habt dann NULL Mensch unterwegs) so erreicht das Tagesetappenziel schon gegen Mittag, wo Ihr 1 gute Pause macht um dann zur nächsten Gîte zu starten. Die ist, besonders, wenn nun der Abstand ein größerer ist, kaum am selben Tag vor Dunkelheit zu schaffen. Dann wirst Du quasi unterwegs von der Dunkelheit "überrascht" und mußt ein "NOTFALL"-Biwak bereiten, optimaler-weise etwa nach 75% der Etappenstrecke. Das Zelt muß vor der Dunkelheit auf einem sicheren Platz aufgestellt sein und VORHER noch 'ne kleine Astronautenmalzeit -wie die vonne Illbruck- aufm Essbit-"Kocher" bereiten. Wenn's finster wird wird bald gepennt -Du bist dann eh k.o.- und das Biwak im frühen Morgengrauen abgebaut und dann der Frühstückstee gekocht. Evtl. wundern sich die Entgegenkommer nur, wieso ihr so früh schon auf die Gîte d'étappe herunterkommt. In der Gîte dann ausgiebiges 2. Frühstück -kein Mensch is mehr da, die Gasflamme kann benutzt und die eigenen Brennstoffvorräte gespart werden.

Warnung: sonne Aktion würd' ich aber nur mit ausreichenden Erfahrungen in holchalpinen Gelände und einer über alle Zweifel erhabenen Ausrüstung unternehmen. Sonst lieber jeden Abend bei einer Hütte sein.

GEWICHTE: auch ohne Rückenschäden spare jedes vermeidbare Gramm ein, nutze mein Biwakpatent- für 2 Personen nicht mehr als 1000 gr Zelt (= 500gr pro Kopf! und kostet fast nix!) dafür nehme mehr Wasser/ Früchtetee/Isostar etc. mit (2+1x[Not-/Reserve-] à 0,65 + 1-2x 1,5 ltr. PET-Flasche/n). VIEL trinken: -Markill-Flasche(nverschluß)am Rucksack-Brusttrsgeriemen verzurrt- auch ständig im Gehen ohne Stoppen zu müssen oder aus dem Tritt zu kommen, erhöht die Leistungsfähigkeit und den Spaßfaktor kollossal und Du gehst doppelt so leicht, wie die meisten anderen.Gebe gern noch andere Top Tipps. Gruß
Michael 05 11/2 10 01 73




Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.wartha.de ]